20.08.2021

Nuthe-Urstromtal: Pläne für Radweg an der L 80 werden konkreter


Sie wollen einen Radweg bis zur Grundschule: Für ihr Ziel muss die Interessengemeinschaft viele Klinken putzen.

Nun haben sie sich bei einem Bundestagsmitglied Rat geholt.

Nach der Demo im Dezember (l.) hat die Interessengemeinschaft nun eine Gesprächsrunde mit verschiedenen Politikern organisiert.

Quelle: Elinor Wenke/Victoria Barnack

Frankenförde. Sie sind nicht die Ersten und nicht die Einzigen mit diesem Wunsch, doch die Menschen aus Frankenförde hoff en trotzdem, dass sie schnell einen Radweg bekommen. Die Interessengemeinschaft(IG) „SchulRadWege“ fordert einen Radweg entlang der Landesstraße80, die Luckenwalde über Frankenförde mit der Grundschule in Zülichendorf und weiter über Kemnitz mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark und dem Europaradweg an der B 2 verbindet. „Ein Radweg ist für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wichtig – auch für die Kraftfahrer“, sagt Michael Schulze aus Frankenförde, der die IG ins Leben gerufen hatte. Nach Protesten im vergangenen Jahr trafen sich die Mitglieder nun mit Politikern, um zu besprechen, wie sie ihrem Ziel näher kommen können.

Zu der Gesprächsrunde waren Gemeinde-, Kreis- und Bundespolitiker eingeladen. Quelle: Victoria Barnack

Kreis-, Kommunal- und Landespolitiker hatte die Interessengemeinschaft schon zu Gast. Vom Besuch der Bundestagsabgeordneten Jana Schimke (CDU) erhofften sie sich einen weiteren Schritt für ihr Vorhaben. „Unser Radweg steht zwar auf einer Bedarfsliste des Landes Brandenburg, aber mit relativ niedriger Priorität“, berichtete Michael Schulze der Politikerin. Dabei seien es doch nur rund zwei Kilometer – sowohl in die eine Richtung zur Grundschule, als auch in die andere Richtung in die Kreisstadt Luckenwalde.

Argumente sprechen für Radweg an der L 80

Schimke legte ihm und seinen Mitstreitern nun nahe, alles daran zu setzen, auf der Prioritätsliste weiter nach oben zu klettern. „Die Bedarfe melden die Kommunen an die Landkreise und diese dann weiter an das Land“, erklärte sie. „Die Argumente haben die Menschen an der L 80 meiner Ansicht nach schon auf ihrer Seite. So sollten sie im ersten Schritt in die Bedarfsliste kommen, die der Landkreis weitermeldet.“ 

Ein Gespräch mit dem Kreis könnte die Engagierten also weiterbringen. Passend dass auch Kreiskämmerer und Landratskandidat Johannes Ferdinand (CDU) bei dem Gespräch anwesend war. „Mit dem Landkreis saßen wir Anfang des Jahres bereits zusammen“, berichtete Michael Schulze den Politikern. Viele Erkenntnisse gab es damals nicht

Viele Wünsche nach Radwegen in Teltow Fläming

„Im Rahmen des Radwegekonzeptes von Teltow-Fläming werden die Bedarfe aus den Städten und Gemeinden des Kreises aufgenommen und an das Land gemeldet“, erklärte Ferdinand nun. „Dieses Konzept wird demnächst erneuert.“ Doch der Kämmerer musste die Dorfbewohner auf den Boden der Tatsachen bringen: „Wir haben mindestens so viele

Wünsche wie Radfahrer. Wir sollten darauf achten, dass nicht der den Zuschlag bekommt, der am lautesten ruft.“

Zur Interessengemeinschaft gehören viele Eltern mit kleinen Kindern. Quelle: Elinor Wenke

Deshalb wollen sich die IG-Mitglieder nun noch einmal genau mit den Kriterien des Bedarfsplans auseinander setzen und die besten Argumente für ihren Radweg sammeln. Mit der Grundschule dürften sie einen starken Punkt auf ihrer Seite haben. „Außerdem dient die L 80 vielen Kraftfahrern als Ausweichstrecke, wenn die Autobahn bei Niemegk oder Rangsdorf dicht ist. Wir haben hier also viel Verkehr“, berichtet Schulze.

Auch bei der Gemeinde Nuthe-Urstromtal hat die IG übrigens schon vorgesprochen. „Wir unterstützen das Vorhaben gern“, sagt Bürgermeister Stefan Scheddin (parteilos), „aber nicht zulasten der Gemeinde.“ Finanziell hänge sich Nuthe-Urstromtal schon mit dem Radwegebau an der L 73 weit aus dem Fenster und auch personell sieht er in seiner Verwaltung keine freien Kapazitäten. Immerhin eine Hilfe hat die Gemeinde geleistet und alle Grundstückseigentümer entlang der Strecke abgefragt. 50 Prozent hätten sich wohlwollend gezeigt, sagte Scheddin.

Zuständig ist der Landesbetrieb Straßenwesen

„Wir als Interessengemeinschaft können immer wieder nur nachfragen und nicht offiziell verhandeln“, erklärt Michael Schulze zu seiner Odyssee durch die Ämter. „Hoffentlich zieht sich irgendjemand den Schuh an und kümmert sich um einen Radweg entlang der L 80“, sagt er. Denn immer wieder müssen sich die IG-Mitglieder anhören, dass diese oder jene Behörde nicht zuständig sei. Immerhin ist die L 80 eine Landesstraße und damit das Land zuständig, genauer gesagt der Landesbetrieb Straßenwesen.

„Am Geld mangelt es dort nicht“, wusste Jana Schimke zu berichten, „aber am Personal für die Planung. Wenn Sie also zufällig einen Straßenplaner unter den Mitstreitern haben, wäre dem Vorhaben schon sehr geholfen.“ Das hat die Gruppe rund um Schulze leider nicht. Also heißt es weiter Klinken putzen. „Wir wünschen uns, dass ab sofort alle

Politiker auf allen Ebenen gemeinsam Druck auf das Land mit uns ausüben“, sagte er.

Von Victoria Barnack