08.12.2025

Nach tödlichem Unfall bei Luckenwalde: Verkehrsminister erklärt Pläne für neuen Radweg


2026 sollen die Planungen für den Radweg an der L80 bei Luckenwalde starten. Das hat Brandenburgs Verkehrsminister bestätigt. Doch nur ein einzelner Abschnitt soll davon profitieren, mehrere Dörfer an der Straße könnten vorerst leer ausgehen.

Auf der L80 verstarb im Sommer 2025 ein Radfahrer nach einem Unfall.

Quelle: Kinga Rybinska

Nuthe-Urstromtal. Die Planungen sollen starten, allerdings erst im zweiten Halbjahr 2026: Das sagt Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert (BSW) in Bezug auf den fehlenden Radweg an der Landstraße 80 bei Luckenwalde. Die Straße erlangte durch einen Unfall im Sommer 2025 traurige Bekanntheit, ein Radfahrer verlor dabei sein Leben.

 

Die Pläne erklärte der Minister nach einer kleinen Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum und Nicole Walter-Mundt. Die Aussagen beziehen sich auf den rund 1,7 Kilometer langen Abschnitt zwischen Frankenfelde und Frankenförde.

Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert (BSW). 

Quelle: Jens Kalaene/dpa

Der Status quo: „Wer dort Rad fährt, begibt sich in Lebensgefahr“, sagte Nuthe-Urstromtals Bürgermeister Scheddin (parteilos) bereits im Sommer 2025. Ein Radweg fehlt an dieser Stelle. Gleichzeitig passieren mehr als 4000 Fahrzeuge (Stand 2021) täglich die Landstraße. Sie verbindet Luckenwalde mit der B2.

Fehlender Radweg bei Luckenwalde wirft Fragen auf

Für einen separaten Radweg setzt sich nicht nur die Gemeinde Nuthe-Urstromtal seit Jahren ein, sondern auch der eigens dafür gegründete Verein „Schulradwege“. „Mich fragen etliche Bürger, wie es weitergeht, wann der Radweg endlich gebaut wird“, sagt der Vereinsvorsitzende Michael Schulze.

Die beiden CDU-Abgeordneten richteten diese Frage nun an das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung. Weil es sich bei der L80 um eine Landesstraße handelt, ist das Ministerium für einen möglichen Radweg zuständig. Minister Detlef Tabbert erklärte, dass „mit dem Beginn der Planung für das zweite Halbjahr 2026 auszugehen“ sei.

Bürgermeister bietet Zusammenarbeit an

Diese Zielmarke wurde bereits im vergangenen Oktober öffentlich. Durch die jüngste Stellungnahme bekräftigte der Minister diese Zeitschiene noch einmal. Wann jedoch der tatsächliche Bau des Radweges starten kann, lässt Detlef Tabbert offen. Vorher „sind die folgenden Verfahrensschritte abzuarbeiten: Vorplanung; Entwurfsplanung; Genehmigungsplanung; Ausführungsplanung; Vorbereitung und Mitwirkung der Vergabe.“

 

Bürgermeister Stefan Scheddin sagt dazu: „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, zunächst für zwei Kilometer Sicherheit.“

Bürgermeister Stefan Scheddin (l.) und Michael Schulze vom Verein Schulradwege fordern seit Jahren einen Radweg an der L80 in Nuthe-Urstromtal. Quelle: Philipp Goschala

Er bietet noch einmal die Zusammenarbeit an: „Wir warten sehnlichst auf eine konkrete Einbindung in den Planungsprozess. Ich persönlich hoffe jeden Tag auf den Anruf oder ein Schreiben.“

Auch Michael Schulze begrüßt die Pläne der Landesregierung grundsätzlich, sagt allerdings: „Wir hätten uns einen konkreteren Zeitplan gewünscht“ – vor allem in Bezug auf den Baustart. Der bleibt unklar.

Firmen an der L80 können Unterschriften leisten

Auch in einem anderen Aspekt habe sich der Verein mehr erhofft. Die Mitglieder setzen sich dafür ein, dass auch die übrigen Abschnitte der L80 einen durchgängigen Radweg erhalten. Davon würden etwa Zülichendorf, Kemnitz und weitere Orte im Nachbarlandkreis Potsdam-Mittelmark profitieren.„Die weitergehenden Abschnitte [der L80 zwischen Frankenförde und der B2] befinden sich im weiteren Bedarf“, entgegnet der Verkehrsminister. Als „weiterer Bedarf“ werden Projekte beschrieben, die in der Prioritätenliste weiter hinten zu finden sind. „Es gibt keine Planungs- oder Abstimmungsprozesse mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark.“ Das bedeutet: Konkrete Pläne liegen bislang nicht vor.

 

Aus Sicht des Vereins hätte ein durchgängiger Radweg dennoch große Bedeutung für die Region. Nun wollen die Mitglieder einen weiteren Aspekt beleuchten und haben eine Unterschriftensammlung für umliegende Unternehmen gestartet.

 

Diese können jetzt schriftlich erklären, dass ein Radweg auch aus Gewerbesicht nötig sei: „Einige ihrer Mitarbeiter würden gern mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren“, sagt Michael Schulze beispielhaft. Für Verkaufsläden an der L80 könnte ein Radweg den Umsatz ankurbeln. Noch laufe die Unterschriftensammlung, „aber wir haben bereits viel Zuspruch bekommen.“

MAZ online 08.12.2025

Philipp Goschala